
Vedische Astrologie vs. Westliche Astrologie
Die Vedische Astrologie gilt als die ursprüngliche Astrologie und blickt auf Jahrtausende Praxis in Indien zurück. Die Westliche Astrologie hat sich davon inspirieren lassen, aber ihren eigenen Ansatz entwickelt.
Grundlegender Unterschied:
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Vedisch: basiert auf dem siderischen Tierkreis (Orientierung am Fixsternhimmel)
Beispiel: Wenn ein Planet im Horoskop in einem Zeichen steht, entspricht das exakt der Position des Planeten am Himmel. -
Westlich: basiert auf dem tropischen Tierkreis (Orientierung an den Jahreszeiten)
Beispiel: Ein Planet wird nach dem Stand im Jahreszyklus berechnet, unabhängig davon, wo er tatsächlich am Himmel steht.
Innerhalb der Indischen Astrologie stehen die Zukunftsprognosen besonders im Vordergrund, während sie in der westlichen Astrologie eher eine untergeordnete Rolle spielen. Ein weiteres zentrales Merkmal ist die Einbeziehung der Fixsterne, der sogenannten Nakshatras oder Mondhäuser.
Äußere Planeten: Während westliche Astrologen die äußeren Planeten (Pluto, Uranus, Neptun) in individuellen Horoskopen stark berücksichtigen, spielen sie in der Vedischen Astrologie vor allem bei globalen oder gesellschaftlichen Ereignissen eine Rolle. Für persönliche Horoskope liegt der Fokus auf den inneren Planeten, die unmittelbaren Einfluss auf Geist und Alltag haben.
Ein großer „Schatz“ der Vedischen Astrologie sind die zusätzlichen Werkzeuge, die Prognosen erheblich präzisieren:
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Dasas – Planetenphasen
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Yogas – spezielle planetarische Verbindungen
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Vargas – Unterhoroskope
Die Vedische Astrologie wird oft als „Mond-Astrologie“ bezeichnet, weil der Mond eine zentrale Rolle spielt. Der Zodiak wird zusätzlich in 27 Mondhäuser unterteilt, die der Mond durchläuft. Jedes Nakshatra bringt die spezifische Wirkung des dahinterliegenden Sternbildes mit sich und erlaubt eine sehr feine Deutung.
Der Mond ist besonders wichtig, weil er unsere Psyche, Wahrnehmung und Grundstimmung repräsentiert. Er ist ständig in Bewegung und zeigt daher unsere wechselhafte Natur. Im Horoskop gibt er Hinweise auf Mentalität, Charakter, Gefühle, Wachheit und innere Bedürfnisse. Besonders entscheidend ist das Zeichen, in dem der Mond steht: Wie reagiert er? Was braucht er, um sich sicher zu fühlen? Unterstützt das Zeichen seine Natur oder verstärkt es Unruhe und Unbeständigkeit?
Der Aszendent ist der zweitwichtigste Faktor. Er bildet das 1. Haus des Horoskops und beschreibt die Persönlichkeit, die wir nach außen zeigen, sowie Eigenschaften, die uns von Geburt an prägen – sogar unser Aussehen.
Die Sonne steht an dritter Stelle und symbolisiert unsere Willenskraft. Sie ist der „König“ unter den Planeten. Ist sie zu stark, kann ein Mensch sehr selbstbezogen wirken; ist sie zu schwach, fällt es schwer, selbstbewusst nach außen zu strahlen. In der indischen Philosophie kann die Agenda der Sonne manchmal dem höchsten Ziel, Moksha (Befreiung), im Weg stehen.
Aus spiritueller Sicht ist die Vedische Astrologie ein Spiegel, der die Beziehung des Individuums zu allen Einflüssen aus Natur und Universum zeigt.
